Gerichtliches Mahnverfahren

Wie leite ich ein gerichtliches Mahnverfahren ein?

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Es gibt mehrere Gründe, das gerichtliche Mahnverfahren einzuleiten, wenn ein Kunde eine offene Rechnung nicht zahlt: Ein gerichtlicher Zahlungsbescheid schindet ordentlich Eindruck bei einem Kunden, der bislang unterschätzt hat, wie ernst du es mit deiner Forderung meinst. Und ein gerichtliches Mahnverfahren ist der einzige Weg, die Verjährung einer Rechnung aufzuhalten – das kann nämlich kein zivilrechtliches Mahnschreiben, das du selbst versendest, und auch kein Inkassounternehmen und kein Anwalt. Das gerichtliche Mahnverfahren ist also wirkungsvoll und sehr sinnvoll, wenn eine Forderung völlig unstrittig ist.

Bevor du ein gerichtliches Mahnverfahren einleitest solltest du – musst du aber nicht – 3 Mahnungen verschicken.
Mit unseren kostenlosen Mahnungsvorlagen gelingt dir das ganz leicht.

Keine große Hürde: Das gerichtliche Mahnverfahren einleiten

Du kannst das gerichtliche Mahnverfahren schriftlich in Papierform bei deinem zuständigen Amtsgericht einleiten – oder diesen Schritt vom Schreibtisch aus online erledigen. Dein Amtsgericht stellt dir dafür ein Formular im Internet zur Verfügung. Du findest es, wenn du “gerichtliches Mahnverfahren” und den Sitz deines Unternehmens googelst.

Um das gerichtliche Mahnverfahren einzuleiten, müssen nur zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Dein Kunde ist tatsächlich bereits im Zahlungsverzug. Das ist er dann, wenn er ein Geschäftskunde ist und 30 Tage seit deiner Rechnungsstellung vergangen sind. Wenn kein längeres Zahlungsziel vereinbart war, ist er jetzt automatisch im Verzug, ohne dass du gemahnt hättest. Oder hast du ein individuelles Zahlungsziel in einem Vertrag oder über deine AGB vereinbart? Wenn dieses individuelle Zahlungsziel verstrichen ist, ist dein Geschäftskunde ebenfalls in Verzug – wieder ohne dass du dafür mahnen musstest.
    Ist dein Kunde eine Privatperson, gerät er in Verzug, wenn die ihm bekannte Zahlungsfrist – auf die du ihn bei Vertragsabschluss hingewiesen hast – verstrichen ist. Wenn du ihn nicht auf das Zahlungsziel hingewiesen hast, musstest du nach 30 Tagen mahnen, um ihn in Verzug zu setzen. Nach dieser Mahnung ist er im Verzug und du kannst das gerichtliche Mahnverfahren einleiten.
  2. Du kennst die Adresse deines säumigen Kunden. Das ist notwendig, damit das amtliche Mahnschreiben ihn überhaupt erreichen kann.

Gerichtliches Mahnverfahren

Das gerichtliche Mahnverfahren kann auch komfortabel online eingeleitet werden.

 

Wer trägt die Kosten beim gerichtlichen Mahnverfahren?

Durch den Antrag auf ein gerichtliches Mahnverfahren entstehen Kosten. Diese Kosten sind erst einmal vom Antragsteller zu zahlen. Wenn das Mahnverfahren erfolgreich ist, übernimmt aber der Schuldner diese Gebühren. Falls der Schuldner Widerspruch gegen den gerichtlichen Mahnbescheid einlegt, kann es passieren, dass die Kosten zunächst einmal bei dir hängenbleiben. Wenn dein Anspruch aber berechtigt ist, wäre der nächste Schritt eine Klage. Sobald vor Gericht festgestellt wird, dass dein Gegner die angemahnte Summe zu bezahlen hat, muss er die Gebühren des Verfahrens übernehmen.

  

Richtig mahnen – Wie viele Mahnungen musst du vor einem Mahnverfahren schreiben?

In der Praxis haben sich drei Mahnstufen durchgesetzt, die jedoch rechtlich nicht erforderlich sind. Grundsätzlich musst du mindestens eine Mahnung schreiben, um deinen Kunden rechtlich begründbar in Verzug zu setzen. Bereits auf Basis einer einzigen Mahnung kannst du ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten, wenn dein Kunde auch deren Zahlungsfrist verstreichen lässt. Zwar gibt es auch Fälle, in denen auch die erste Mahnung nicht erforderlich ist. Doch im Interesse der Kundenbeziehung und zur Verbesserung der Rechtssicherheit solltest du zumindest eine erste Mahnung versenden. Wie viele weitere Mahnungen sinnvoll sind, gilt es im Einzelfall abzuwägen.
 

Gerichtlicher Mahnbescheid: das Formular – Welche Angaben sind erforderlich?

Wenn du einen Mahnantrag stellst, dann musst du sämtliche erforderlichen Angaben wahrheitsgemäß ausfüllen. Andernfalls nimmt das Gericht deinen Antrag nicht an. Vier zentrale Angaben auf dem Mahnantrag sind:

  • Bezeichnungen von Antragsteller und Antragsgegner mit der jeweiligen Anschrift
  • Daten der Forderung, die geltend gemacht werden soll, wie Beträge und Fälligkeitsdaten aus Rechnung und Mahnung
  • Höhe und Laufzeiten von eventuell zu erhebenden Zinsen
  • Deine Auslagen nach Art und Höhe, wie zum Beispiel die Kosten der Rechtsberatung

 

Stolperfalle Amtsdeutsch – Abhilfe durch Ausfüllhinweise

Der Mahnantrag ist nicht ganz einfach gestaltet und erfordert Sorgfalt beim Ausfüllen. Bereits die Angaben zu Antragsteller und Antragsgegner werfen Fragen auf. So musst du zum Beispiel entscheiden, ob du als Privatperson oder als Gewerbetreibender vor Gericht gehst. Deine Hauptforderung ist mit einer Katalognummer zu versehen. Findest du keine passende Katalognummer, dann musst du deine Forderung unter „Sonstiger Anspruch“ selber formulieren. Dazu kommen Angaben über Abtretung oder Forderungsübergang, Zinsen, Auslagen und andere Nebenforderungen. Auch das zuständige Gericht musst du selbst auswählen, wie zum Beispiel das Mahnbescheid Amtsgericht Bremen.

All diese Angaben können den Laien vor Probleme stellen. Doch die Ausfüllhinweise, die dem Antrag beiliegen, helfen dabei, bestimmte Begriffe aus dem Formular zu verstehen. Die Anlage enthält auch den Hauptforderungs-Katalog mit den einzutragenden Katalognummern.
 

Hier geht´s lang – der Weg zum Mahnbescheid Formular

Um einen gerichtlichen Mahnantrag zu stellen, bieten sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  • Einheitliches Formular aus dem Schreibwarenhandel
    Das standardisierte Formular erhältst du für wenige Euro in gut sortierten Schreibwarengeschäften oder bei Onlineanbietern. Nach dem Ausfüllen des Formulars für den Mahnbescheid schickst du das Formular per Post an das zuständige Mahngericht.
  • Online-Plattform der deutschen Mahngerichte

Unter der Internetadresse www.online-mahnantrag.de kannst du online deinen Mahnantrag stellen. Die Anwendung leitet dich beim Ausfüllen an. Du kannst den ausgefüllten Antrag auf Papier drucken und per Post schicken. Andernfalls ergeht dein gerichtlicher Mahnbescheid online an das zuständige Amtsgericht. Mit dem Versand des Mahnantrags verursacht dein damit eröffnetes gerichtliches Mahnverfahren Kosten.