Wie läuft ein gerichtliches Mahnverfahren ab?

Ein gerichtliches Mahnverfahren einzuleiten, ist sehr einfach. Das funktioniert (auch) online und besteht erst einmal lediglich darin, ein Formular auszufüllen. Spannend ist, wie es nach dem Antrag weitergeht. Was ist, wenn der Kunde einfach nicht auf das Einschreiten des Gerichts reagiert? Was ist, wenn er widerspricht? Wir verraten es dir.

Ein gerichtliches Mahnverfahren wird normalerweise erst nach der letzten Mahnung eingeleitet.
Für alle Mahnungen davor bieten wir dir eine kostenlose Mahnungsvorlage.

Der Ablauf des gerichtlichen Mahnverfahrens

Du musst zunächst lediglich ein Formular ausfüllen, das du entweder als Vordruck z.B. in einem Schreibwarenhandel erhältst und dann bei deinem zusständigen Amtsgericht einreichst. Welches Amtsgericht für dich das richtige ist, erfährst du unter mahngerichte.de. Oder du findest das Formular online, wenn du “gerichtliches Mahnverfahren” und den Sitz deines Gerichts googelst.

Wenn du das Formular bei deinem Gericht eingereicht hast, wird dort geprüft, ob dein Antrag plausibel ist. Ob dein Anspruch wirklich berechtigt ist, wird nicht untersucht. Falls du beim Ausfüllen keinen Fehler gemacht hast und die korrekte Adresse deines Kunden genannt ist, wird ihm der gerichtliche Mahnbescheid vom Gericht zugestellt.

gerichtliches Mahnverfahren Ablauf

Ein gerichtliches Mahnverfahren ist zwar schnell eingeleitet, doch was passiert danach?

Die Reaktion deines Kunden

Dein Kunde hat jetzt 14 Tage Zeit, um zu reagieren:

  1. Wenn er gar nicht reagiert, erwartet ihn im nächsten Schritt ein Vollstreckungsbescheid. Das bedeutet, dass der Gerichtsvollzieher bei ihm klingeln wird.
  2. Er legt Widerspruch ein. Das bedeutet, dass du jetzt überlegen musst, ob du deine Forderung vor Gericht mit einer Klage durchsetzen willst.
  3. Er ist vom gerichtlichen Schreiben eingeschüchtert und begleicht seine Schuld. Für dich bedeutet das ein Happy End

 

Die Gebühren eines gerichtlichen Mahnverfahrens

Die Gebühren, die beim Mahnverfahren anfallen, müssen erst einmal vom Antragsteller übernommen werden, werden bei einem erfolgreichen Verfahren aber vom Schuldner übernommen. Die Kosten sind auch nicht übermäßig hoch. Laut Gerichtskostengesetz lauten sie wie folgt:

  • Ausstehende Rechnungssumme bis 1.000 Euro: Gebühren betragen 32 Euro
  • Ausstehende Rechnungssumme bis 2.500 Euro: 54 Euro
  • Ausstehende Rechnungssumme bis 5.000 Euro: 73 Euro
  • Ausstehende Rechnungssumme bis 10.000 Euro: 120,50 Euro

 

 

Tipp: Die Ankündigung eines gerichtlichen Mahnverfahrens kann Wunder wirken

Ein Griff in die Trickkiste – bereits erprobt und als wirksam getestet – kann möglicherweise den Aufwand, ein gerichtliches Mahnverfahren einzuleiten, direkt unnötig machen: Füll einen Online-Antrag auf ein Mahnverfahren aus, wenigstens in Teilen. Speichere es als PDF ab, ohne es ans Gericht zu versenden. Schreibe deinem säumigen Kunden eine freundliche E-Mail, in dem du ihn darauf hinweist, dass du im Begriff bist, ein gerichtliches Mahnverfahren einzuleiten. Hänge das PDF mit dem ausgefüllten Antrag an, um zu zeigen, dass du deine Worte ernst meinst.
In vielen Fällen genügt diese Androhung auf das Einschalten eines Gerichts bereits, damit innerhalb weniger Tage die ausstehende Zahlung auf deinem Konto eingeht. Falls das nicht der Fall ist, kannst du das ausgfefüllte Formular jederzeit wirklich ans zuständige Gericht absenden.

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