Mahnfristen

Welche Mahnfristen gelten?

Wie unsere Leser diesen Artikel bewerteten:
[Gesamt: 13 Durchschnitt: 3.2]

Beim Thema Mahnfristen ist es wichtig, zwischen gesetzlichen Fristen nach Vorgabe und Fristen, die du selbst setzt, zu unterscheiden. Du hast beim Mahnen durchaus Handlungsspielräume, musst dich dabei aber an (wenige) Vorgaben durch den Gesetzgeber richten.

Mit unserer praktischen Mahnung Vorlage musst du die Mahnfrist nur einmal auswählen. Wir vermerken sie dann an den benötigten Stellen auf der Mahnung.

 

Wichtig für Mahnfristen: Wann beginnt der Zahlungsverzug?

Wenn man über Mahnfristen reden möchte, kann man den Beginn des Zahlungsverzugs nicht unbesprochen lassen: Wann gerät ein Rechnungsempfänger eigentlich offiziell in Zahlungsverzug? Dabei ist zwischen drei Fällen zu unterscheiden:

  1. Der Empfänger der unbezahlten Rechnung ist Gecshäftskunde, es gab keine individuelle Absprache zwischen euch: Dann gilt automatisch die gesetzliche Zahlungsfrist von 30 Tagen nach Erhalt der Rechnung. Schon am 31. Tag nach Rechnungserhalt ist der Kunde automatisch offiziell in verzug geraten.
  2. Der Empfänger der Rechnung ist ein Geschäftskunde, mit dem du eine individuelle Zahlungsfrist vereinbart hast: Wenn du in einem Vertrag oder in AGB, die dem Kunden nachweislich zugänglich waren, eine abweichende Zahlungsfrist ausgehandelt hast, gilt der Ablauf dieser Frist als Beginn des Zahlungsverzugs.
  3. Der Empfänger der unbezahlten Rechnung ist ein Privatkunde: Dann musst du die gesetzliche Zahlungsfrist (oder die individuell vereinbarte Frist) ausdrücklich auf der Rechnung genannt haben, damit er in Verzug gerät. Andernfalls musst du nach Ablauf der Frist eine Mahnung schicken, damit er in Verzug gerät.

Die Mahnfrist richtet sich danach, ob ein privater oder gewerblicher Kunde gemahnt wird.

In Sachen Mahnfristen ist es wichtig, ob es sich um einen Privatkunden oder einen gewerblichen Kunden handelt

 

Spielraum für Mahnfristen in deinen Zahlungsaufforderungen

Welche Mahnfristen du in deinen Mahnschreiben wählst, ist dir selbst überlassen. Natürlich sollten sie realistisch sein – eine “Überweisung, die noch heute auf meinem Konto eingeht” wird nicht funktionieren. Aber es ist dir selbst überlassen, ob du zum Beispiel 5 oder 10 Werktage in deiner Mahnung als neue Zahlungsfrist nennst. Wenn du bei wiederholtem Nicht-Zahlen weitere Mahnungen schickst, solltest du den Zeitraum jedes Mal verkürzen – als Signal, dass du es wirklich ernst meinst.

Beispiel: In der ersten Mahnung nennst du 10 Werktage als neue Frist, in der zweiten Mahnung aber nur noch 5 Werktage.

 

Mahnfrist beim gerichtlichen Mahnverfahren

Anders als bei deinem individuellen, zivilrechtlichen Mahnverfahren sind die Mahnfristen beim gerichtlichen Mahnverfahren (Siehe hierzu den Artikel “Wie leite ich ein gerichtliches Mahnverfahren ein?“) klarer vorgegeben.

Wenn du das gerichtliche Mahnverfahren eingeleitet und ein Aktenzeichen für den Vorgang erhalten hast, wird das zuständige Amtsgericht deine ausstehende Forderung plus die von dir genannten Mahngebühren und Mahnzinsen anmahnen. Deinem Schuldner werden vom Gericht 14 Tage Zeit eingeräumt, die Zahlung zu begleichen oder aber Widerspruch gegen deine Forderung einzulegen.

EÜR schreiben mit Billomat