Unterschied Mahnung Mahnbescheid

Was ist der Unterschied zwischen einer Mahnung und einem Mahnbescheid?

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Mahnung und Mahnbescheid – sind das zwei Begriffe für dieselbe Art von bösem Brief? Oder gibt es einen Unterschied?
Ja, den gibt es tatsächlich- eine Mahnung und ein Mahnbescheid sind keineswegs dieselbe Art von Zahlungsaufforderung.
Je nachdem, wer der Absender ist, spricht man von Mahnung oder Mahnbescheid. Die beiden Schreiben entfalten auch unterschiedliche Wirkungen: Die Mahnung verschickst du als Unternehmer (seltener als Privatperson) entweder selbst oder lässt das von einem Anwalt für dich erledigen. Der Absender eines Mahnbescheids dagegen ist dein zuständiges Amtsgericht.

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Wichtiger Unterschied: das zivilrechtliche und das gerichtliche Mahnverfahren

Als Unternehmer bzw. als Privatperson steht es dir frei, ausstehende Zahlungen anzumahnen. Die Mahnung, die du selbst versendest, hat aber beispielsweise keine aufschiebende Wirkung, um der Verjährung einer Rechnung entgegenzuwirken. Dasselbe gilt auch dann, wenn ein Anwalt eine Mahnung für dich versendet.

Wenn du ein Mahnverfahren bei einem Gericht einleitest (Siehe hierzu auch den Artikel “Wie leite ich ein gerichtliches Mahnverfahren ein?“), bekommt der Vorgang ein offizielles Aktenzeichen und ein anderes Gewicht. Ein gerichtliches Mahnverfahren kann auch die Verjährung von Rechnungen aufhalten. Das kann ein Mahnschreiben von dir oder deinem Anwalt, wie gesagt, leider nicht.

Unterschied Mahnung Mahnbescheid

Manchmal bewegt ein Mahnbescheid den Schuldner bereits zum Zahlen

 

Der Mahnbescheid geht vom Gericht aus

Wenn du das gerichtliche Mahnverfahren eingeleitet hast, versendet das zuständige Amtsgericht einen Mahnbescheid, der die offene Rechnungssumme, von dir eingeforderte Mahngebühren (Siehe hierzu unseren Artikel “Welche Mahngebühren sind zulässig?” und Mahnzinsen sowie eine Gebühr für den gerichtlichen Vorgang enthält. Erhält der  Schuldner deinen Mahnbescheid, so hat er drei Möglichkeiten:

  • Er kann dem Mahnbescheid Folge leisten, dann ist die unerfreuliche Angelegenheit erledigt.
  • Er kann auch dagegen Widerspruch einlegen und hat dafür 14 Tage lang Zeit.
    Wenn der Widerspruch berechtigt ist, bleibst du auf den Gebühren für das Mahnverfahren sitzen. Wenn der Widerspruch nicht berechtigt ist, kannst du im nächsten Schritt Klage einreichen.
  • Er kann aber auch auf den gerichtlichen Mahnbescheid gar nicht reagieren, dann wird das Amtsgericht einen Vollstreckungsbescheid erlassen und einen Gerichtsvollzieher schicken.

Übrigens gibt es auch bei Vollstreckungsbescheiden eine Verjährungsfrist – die ist aber beruhigenderweise deutlich länger als die nur 3 jahre dauernde Verjährungsfrist von Rechnungen: Ein Vollstreckungsurteil kann erst nach 30 Jahren verjähren.