Mahnung schreiben Lieferverzug

Darf ich eine Mahnung wegen Lieferverzugs schreiben?

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Normalerweise versteht man unter einer Mahnung die Zahlungsaufforderung an einen Rechnungsempfänger, der die offene Rechnung bislang nicht beglichen hat. Es gibt aber auch eine Form der Mahnung, die von Kundenseite ausgeht – die wird dann versendet, wenn ein Lieferant seine Ware nicht zu einem vereinbarten Termin geliefert hat. Hier geht es nicht um eine offene Rechnungssumme, und hierbei wird die Mahnung auch nicht vom Lieferanten (oder Dienstleister) an den Kunden gesendet. Beim Lieferverzug ist es der Kunde, der die Mahnung schreibt – an denjenigen, von dem normalerweise die Rechnung ausgeht. Der Spieß wird hier also umgedreht. Wann darf eine solche Mahnung versendet werden? Und wie muss sie aussehen?

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Wann ist eine Mahnung wegen Lieferverzugs angebracht?

Ein Lieferant vereinbart entweder mit einem Kunden, wann eine Lieferung eingehen soll. Oder er hat schon in seinem Angebot eine Lieferzeit angegeben. “Lieferbar in x Tagen” ist oft in Online-Shops, Katalogen oder auf Werbeträgern zu lesen. Wenn ein solcher Liefertermin aber nicht wie angekündigt oder vereinbart eingehalten wird, ist der Lieferant im Lieferverzug. Der Empfänger der Ware hat die Möglichkeit, wegen eines Lieferverzugs zu mahnen, wenn ein Liefertermin eindeutig festgelegt war. Eine Mahnung, und zwar in schriftlicher Form, ist in diesem Fall angebracht. Denn möglicherweise möchte der Kunde seine Ware jetzt lieber bei einem anderen Lieferanten beziehen, der schneller liefern kann. Oder ihm ist sogar ein Schaden entstanden, weil ein Liefertermin nicht eingehalten wurde.

 

Mahnung schreiben Lieferverzug

Liefert der Verkäufer die Ware nicht zur vereinbarten Frist, kann der Käufer eine Mahnung schreiben

 

Wie muss eine Mahnung wegen Lieferverzugs aussehen?

Die Angaben in einer Mahnung wegen Lieferverzugs sollten folgende sein:

  • Datum der Bestellung, Datum der Auftragsbestätigung, Nummer der Bestellung, Name oder Beschreibung der bestellten Ware, ggf. Artikelnummer (wenn vorhanden)
  • Vereinbarter oder angekündigter Liefertermin
  • Hinweis auf das Ausbleiben der Ware
  • Nennung einer Nachfrist: Die Nachfrist sollte so bemessen sein, dass der Lieferant eine realistische Chance hat, sie einzuhalten. Die Dauer des Postwegs der Mahnung, die Dauer des Versandwegs der Ware und eine angemessene Bearbeitungszeit beim Lieferanten müssen berücksichtigt sein. Falls die ursprünglich angekündigte Lieferzeit eher kurz war, darf auch die Nachfrist kurz sein.
  • Nennung der Konsequenz, falls auch die Nachfrist nicht eingehalten wird: Entweder kann dann der Kunde vom Kaufvertrag zurücktreten (und ggf. bei der Konkurrenz bestellen). Oder er kann ankündigen, den Ersatz eines entstandenen Schadens einzufordern, weil die Lieferung nicht rechtzeitig eingetroffen ist (in diesem Fall ist natürlich gleichzeitig ebenfalls möglich, vom Kaufvertrag zurückzutreten).